Wahlwerbung der anderen Art

In ein paar Stunden werden wir wissen, ob Deutschland heute, am 24. September 2017, sein „blaues Wunder“ erlebt. Zeit, um noch einmal einen Blick auf den Wahlwerbespot der „Blauen“ zu richten. Denn dieser hebt sich von den Spots der anderen Parteien in einer Sache deutlich ab.

Was macht den AfD-Spot so besonders? Er zeigt Kontroverse! Während die Werbung der Etablierten programmatische Einheit vermittelt und in der Regel einen unumstrittenen Spitzenkandidaten präsentiert, zeigt die Werbung der Alternative zwei Spitzenkandidaten, die sich auch mal nicht so einig sind. Da sagt Alexander Gauland: „Wenn wir uns jetzt nicht trauen, zu sagen: ‚Das ist unser Land; wir bestimmen hier‘, dann wird Deutschland von der Landkarte verschwinden, nicht wahr, Frau Weidel?“, worauf die Angesprochene antwortet: „Ich sage lieber: ‚Das rechnet sich nicht‘ “. Auch die Partei erscheint nicht gerade als harmonische Gruppe, wenn Weidel über ihr AfD-Engagement sagt: „Ausgerechnet für die! Besorgte Bürger, Patrioten und junge Wilde. Wirklich nicht leicht, hier einen Nenner zu finden.“

Hat man so etwas schon erlebt? Gilt es nicht als Binsenweisheit, dass eine Partei geschlossen wirken muss, um erfolgreich zu sein? Die AfD wählt eine andere Strategie und das ist meiner Meinung nach klug. Zum einen wirkt sie damit glaubwürdiger. Es wäre albern, Einheit zu demonstrieren, wenn alle Welt weiß, dass die AfD ein sehr heterogener Haufen ist. Zum anderen unterstreicht sie damit die Wichtigkeit von Debatten innerhalb der Partei. Bei AfD-Parteitagen ringt man gemeinsam um Entscheidungen, bei CDU-Parteitagen applaudiert man endlos einer autokratischen Vorsitzenden.

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