Zitat der Woche 30/2012

Die ganze Kindheit ist eine einzige Missachtung der natürlichen Rechte des Kindes.

Autor
Henryk M. Broder
Quelle
Pornografische Debatte mit maximaler Erregung

Broder macht seine Aussage im Zusammenhang mit dem Urteil des Kölner Landgerichts, welches die Beschneidung von Jungen aus religiösen Gründen als ungerechtfertigten Verstoß gegen das Recht auf körperliche Unversehrtheit angesehen hatte. Er erklärt seine recht radikal klingende Aussage folgendermaßen:

Nun, der erste Eingriff in die Rechte eines Kindes ist der Moment, in dem es gezeugt wird. Bis jetzt ist noch kein Kind gefragt worden, ob es auf die Welt kommen möchte. Ob es getauft, in den Kindergarten geschickt, mit Bio-Brei ernährt und eingeschult werden möchte.

In die gleiche Kerbe schlägt Harald Martenstein in seiner Kolumne zum Beschneidungsurteil:

Wo kommen wir hin, wenn Eltern keine unwiderruflichen Entscheidungen für ihre Kinder mehr treffen dürfen? Soll der Staat entscheiden, ob ein Kind in der Stadt aufwächst oder auf dem Land, ob es Klavier lernt oder in den Religionsunterricht geht, ob es mit oder ohne Fernsehen aufwächst? All diese Entscheidungen prägen und sind unwiderruflich, man kann sie aber nicht gut ins Erwachsenenalter verschieben, da lernt man nie mehr perfekt Geige. Auch die Beschneidung im Mannesalter ist, wie ich hörte, keine ganz so einfache Sache.

Der immerwährende Ruf nach Kinderrechten klingt so plausibel. Natürlich sollen Kinder nicht von anderen ausgenutzt werden. Sollte man ihnen dann nicht genauso wie Erwachsenen Freiheitsrechte zugestehen, gerade wenn man als Liberaler die Freiheit für essentiell hält?

Diese Argumentation übersieht, dass Kinder Autoritäten brauchen, weil sie noch gar nicht in der Lage sind, allein ihr Leben zu meistern. Allerdings wird gerade die Autorität von Eltern über Kinder heute weitgehend abgelehnt. Es gilt als herrisch, wenn Eltern ihren Kindern Anweisungen geben und erwarten, dass die Kinder die elterlichen Anweisungen auch umsetzen – ohne Quengeln, ohne Nachlässigkeit und ohne Verzögerung.

Dabei werden gewisse Elternrechte durchaus noch anerkannt. Zum Beispiel gesteht man Eltern üblicherweise das Recht zu, den Wohnort oder die Nahrung ihres Kindes zu bestimmen. Alles andere würde der Mehrheit als inpraktikabel und absurd erscheinen. Aber da eine prinzipielle Skepsis gegenüber elterlicher Autorität herrscht, steht grundsätzlich jedes Elternrecht zur Disposition. Im Zweifelsfall kann jedes Verbot unerwünschter elterlicher Entscheidungen mit dem Verweis auf die Rechte des Kindes begründet werden. Die Legalität bestimmter Entscheidungen verdankt man nur dem Wohlwollen der Masse oder der Trägheit der Gesetzgebung.

Dort wo Elternrechte eingeschränkt wurden, tritt dann aber oft nicht einmal die Freiheit des Kindes an deren Stelle. Vielmehr bemächtigt sich der Staat des entstandenen Vakuums, nicht zuletzt wohl deshalb, weil auch die Staatsvertreter erkennen, dass einem Kind mit völliger Entscheidungsfreiheit nicht gedient ist. Wann immer also wieder lautstark Kinderrechte eingefordert werden, sollte man wissen, dass es oftmals gar nicht um Kinderrechte, sondern um Einfluss des Staates geht.

Das Verdienst Broders und Martensteins ist der Hinweis darauf, dass es keinen prinzipiellen Unterschied zwischen Beschneidung und Bio-Brei gibt, wenn man ganz allgemein von Kinderrechten ausgeht. Bei der jüngsten Debatte geht es um etwas viel grundsätzlicheres als nur die Beschneidung. Es geht um die Frage, ob jemand Autorität über Kinder ausüben darf und, wenn ja, wer das darf.

Meines Erachtens kann diese Frage nur im Widerspruch zum Zeitgeist korrekt beantwortet werden. Das Wohl des Kindes sichert man nicht, indem man dem Kind maximale Freiheit gibt, sondern indem man diejenigen als Autoritäten respektiert, die das Kind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit am meisten lieben: die Eltern. Das Elternrecht auf Erziehung der eigenen Kinder ist in erster Linie kein Recht der Eltern, sondern das Recht der Kinder, von den richtigen Personen betreut zu werden.

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7 Gedanken zu „Zitat der Woche 30/2012

  1. U.-N. D.-Meister

    Man mag jetzt auf den ersten Blick der ansprechend scheinenden Argumentation folgen, dass eine Beschneidung und Bio-Brei – wie es so schön ausgedrückt wurde – vergleichbare Ausübungsformen von Autorität über die Kinder darstellen. Geht man aber dieser Argumentation in voller Konsequenz nach müsste man auch in der anderen Richtung eine weitreichendere Autorität der Eltern anerkennen. Dazu zählen ebenso die Beschneidung von Mädchen in Afrika, Prügelstrafe, Kindesmisshandlung und jegliche andere Form der Amputation. Der Punkt ist einfach, dass es bei den Menschenrechten – denn Kinder sind im Übrigen Menschen – nicht darum geht, irgendwelche Autorität von den Eltern auf den Staat zu übertragen, sondern von den Eltern auf das Kind. Was hat der Staat davon, wenn das Kind nicht beschnitten wird, und was hat das Kind davon? Das Kind soll selber darüber entscheiden können, ob es Stolz ein religiöses Zeichen durch die Beschneidung nach außen trägt (sinnbildlich), oder eine Verstümmelung des eigenen Körpers ablehnt. Und im Gegensatz zu schlechter Erziehung, schlechtem Essen, Fernsehen oder Ähnlichem kann man bei der Beschneidung nicht davon ausgehen, dass diese dem Wohl des Kindes dient – wenigstens nach bestem Wissen und Gewissen – sondern in erster Linie der religiösen Geltungssucht der Eltern. Dem Kind ist es egal, den jetzigen und dem späteren Erwachsenen nicht.

    Antwort
    1. Kokospalme Autor

      Der Punkt ist einfach, dass es bei den Menschenrechten – denn Kinder sind im Übrigen Menschen – nicht darum geht, irgendwelche Autorität von den Eltern auf den Staat zu übertragen, sondern von den Eltern auf das Kind.

      Wie ich in meinem Artikel angerissen habe, geht es allerdings in der Praxis bei Kinderrechten quasi immer um eine Ausweitung der Macht des Staates. Zum Beispiel wird durch das Kölner Urteil ja nicht das Kind berechtigt, sich für oder gegen eine Beschneidung zu entscheiden. Vielmehr darf das Kind nicht im Kindesalter beschnitten werden, selbst wenn es das wollte.

      Und im Gegensatz zu schlechter Erziehung, schlechtem Essen, Fernsehen oder Ähnlichem kann man bei der Beschneidung nicht davon ausgehen, dass diese dem Wohl des Kindes dient – wenigstens nach bestem Wissen und Gewissen – sondern in erster Linie der religiösen Geltungssucht der Eltern.

      Zunächst sind schlechte Erziehung und schlechtes Essen schlecht, dienen also auch nicht gerade dem Wohl des Kindes. Die Frage ist natürlich, wer letztendlich entscheiden soll, ob eine bestimmte Erziehung oder ein bestimmtes Essen schlecht ist: der Staat oder die Eltern?

      Der Einwand, die Beschneidung wäre in erster Linie zur Befriedigung religiöser Geltungssuch der Eltern o.ä. da, ist mir schon einmal im Zusammenhang mit der Beschneidungsdiskussion untergekommen. Damals hat er mich ziemlich verblüfft, weil ich bis dato gar nicht auf solch eine Erklärung gekommen war. Hier zeigt sich m.E., dass vielen Deutschen gewisse religiöse Zusammenhänge offenbar so fremd sind, dass sie manche Dinge einfach völlig missverstehen.

      Ich habe bei der Beschneidung vor allem die Anweisungen an die Juden im Alten Testament vor Augen. Dort wird klar gemacht, dass die Beschneidung notwendige Voraussetzung für die Zugehörigkeit zum Volk Gottes ist. Einem jüdischen Kind die Beschneidung vorzuenthalten bedeutet demnach, es der Zugehörigkeit zum Volk Gottes und der damit zusammenhängenden Segnungen zu berauben. Es ist eine eklatante Verletzung des Kindeswohls.

      In ähnlicher Weise wirkt der Einwand, man könne ja das Kind sich mit 18 Jahren selbst für oder gegen die Beschneidung entscheiden lassen, vor dem Hintergrund der alttestamentlichen Aussagen nachgerade absurd. Die Beschneidung im Judentum ist auf den achten Tag nach der Geburt terminiert. Eine Verschiebung um 18 Jahre wäre ein offener Widerspruch gegen Gottes Gebote.

      Die Beschneidungsfrage ist in dem Thread Marginalie: Religiöse Beschneidung verbieten? in Zettels kleinem Zimmer eingehend und sehr kontrovers diskutiert worden, wobei ich mich auch an der Diskussion beteiligt habe. Ich kann die Lektüre dieses Threads sehr empfehlen, denn es finden sich dort Antworten auf viele typische Argumente für und gegen das Kölner Urteil.

      Antwort
  2. U.-N. D.-Meister

    …darf das Kind nicht im Kindesalter beschnitten werden, selbst wenn es das wollte? Was ist das denn für ein Unsinn? Mal abgesehen davon, dass das Kind überhaupt nicht gefragt worden ist – und vor allen Dingen auch nach Ihren Argumenten nicht zu fragen wäre, da Sie ja den Eltern das alleinige Recht hierzu zusprechen, was Ihr Argument sowieso schon ad absurdum führt – und ein Kind im Alter von 4 Jahren bzw. 8 Tagen auch so eine Entscheidung noch überhaupt nicht treffen kann, ist doch die Verhinderung der Zwangsbeschneidung die einzige Möglichkeit überhaupt zu garantieren, dass das Kind sich irgendwann selbst dafür oder dagegen entscheiden kann.

    Was die Frage angeht, ob der Staat oder die Eltern entscheiden sollen, ob eine bestimmte Erziehung oder ein bestimmtes Essen schlecht ist, so gilt hier genau das gleiche, wie bei der Entscheidung, ob dem Kind die Genitalien, oder irgend ein anderer Körperteil verstümmelt werden sollen: Wenn die Eltern dem Kind schaden, z.B. indem sie es aus Erziehungsgründen schlagen oder anders misshandeln, indem sie dem Kind Dreck, Gift oder nichts zu Essen geben, indem sie das Kind verwahrlosen lassen, indem sie das Mädchen oder den Jungen beschneiden lassen, indem sie dem Kind einen Arm amputieren, indem sie dem Kind ärztliche Hilfe verwehren, dann ist es die Pflicht des Staates für das Kind einzutreten und dieses zu Schützen, weil es diejenigen die dazu verpflichtet wären nicht tun.

    Zu den religiösen Implikationen sind eigentlich nur 2 Dinge zu sagen:
    1. Gibt es in allen Religionen die Beschneidung vorsehen, besonders auch bei den Juden Strömungen, die in eine andere, beispielsweise symbolische Richtung gehen.
    2. Religion ist nicht alles, darf nicht alles. Wie bei jedem Menschenrecht muss diese gegen andere Menschenrechte abgewogen werden. Dies wurde hier getan.

    PS: Abraham war 29 und sein Sohn Ismael war 13 als sie beschnitten wurden.
    Wer wirklich glaubt, kann sich auch noch im hohen Alter beschneiden und taufen lassen, oder sonstigen religiösen Riten unterwerfen.

    Antwort
    1. Kokospalme Autor

      … darf das Kind nicht im Kindesalter beschnitten werden, selbst wenn es das wollte? Was ist das denn für ein Unsinn? Mal abgesehen davon, dass das Kind überhaupt nicht gefragt worden ist – und vor allen Dingen auch nach Ihren Argumenten nicht zu fragen wäre, da Sie ja den Eltern das alleinige Recht hierzu zusprechen, was Ihr Argument sowieso schon ad absurdum führt – und ein Kind im Alter von 4 Jahren bzw. 8 Tagen auch so eine Entscheidung noch überhaupt nicht treffen kann, ist doch die Verhinderung der Zwangsbeschneidung die einzige Möglichkeit überhaupt zu garantieren, dass das Kind sich irgendwann selbst dafür oder dagegen entscheiden kann.

      Es ging überhaupt nicht darum, ob das Kind nach meiner Argumentation zu fragen wäre, sondern es ging um Ihre Argumentation. Sie meinten, das Kölner Urteil diene den Rechten des Kindes. Ich habe das so aufgefasst, dass ihrer Meinung nach das Kind als Kind, also während der Kindheit, mehr Rechte bekommt. Das stimmt aber eben nicht.

      Wenn die Eltern dem Kind schaden, z.B. indem sie es aus Erziehungsgründen schlagen oder anders misshandeln, indem sie dem Kind Dreck, Gift oder nichts zu Essen geben, indem sie das Kind verwahrlosen lassen, indem sie das Mädchen oder den Jungen beschneiden lassen, indem sie dem Kind einen Arm amputieren, indem sie dem Kind ärztliche Hilfe verwehren, dann ist es die Pflicht des Staates für das Kind einzutreten und dieses zu Schützen, weil es diejenigen die dazu verpflichtet wären nicht tun.

      Was aber, wenn der Staat Dinge als schädlich für das Kind einstuft, die es gar nicht sind? Ihre Aussagen z.B. zeigen, was für völlig verschrobene Vorstellungen Leute bezüglich Schädigungen des Kindeswohls haben können. Da wird der Klaps auf den Po in eine Schublade mit Armamputationen und die Beschneidung von Jungen in eine Schublade mit Vergiften gesteckt.

      Was ist nun weiterhin, wenn der Staat auf einem falschen Urteil bezüglich Kindeswohl aufbauend Kinder von ihren Eltern trennt und ihnen damit viel mehr schadet, als ihre Eltern das jemals getan haben mögen? Das ist keine graue Theorie, sondern trauriger Alltag im Deutschland des 21. Jahrhunderts.

      Antwort
    2. Kokospalme Autor

      1. Gibt es in allen Religionen die Beschneidung vorsehen, besonders auch bei den Juden Strömungen, die in eine andere, beispielsweise symbolische Richtung gehen.

      Nach meiner Erfahrung werden allegorische Auslegungen religiöser Schriften diesen Schriften meistens nicht gerecht, sondern interpretieren in diese etwas hinein, um unangenehmen Aussagen auszuweichen.

      PS: Abraham war 29 und sein Sohn Ismael war 13 als sie beschnitten wurden. Wer wirklich glaubt, kann sich auch noch im hohen Alter beschneiden und taufen lassen, oder sonstigen religiösen Riten unterwerfen.

      Abraham war 99 Jahre alt, aber der Unterschied ist hier nicht von Belang. Der Punkt ist, dass die Beschneidung erst von Gott angeordnet wurde als Abraham 99 Jahre und Ismael 13 Jahre alt war. Tatsächlich sagte Gott, dass Jungen im Alter von 8 Tagen beschnitten werden sollten. Da Abraham und Ismael bei der Anordnung der Beschneidung bereits älter als 8 Tage waren, machte Abraham das Naheliegende: Er beschnitt sich und seinen Sohn sofort. Siehe 1. Mose 17, 9–27.

      Antwort
  3. U.-N. D.-Meister

    Wenn das Kind vorher nicht das Recht oder die Möglichkeit hatte, sich für oder gegen die Verstümmelung der Genitalien zu entscheiden, dann kann der Staat dem Kind dieses Recht auch nicht nehmen oder seine Macht in irgendeiner Form ausweiten.
    Das Kind hat das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Wenn der Staat dieses Schützt, dann ist das der Schutz eines Rechts, welches als Menschenrecht auch bereits dem Kind zusteht. Es gibt keine speziellen Kinderrechte.
    Das Kind hat weder nach Ihrer Sichtweise noch im Sinne des Kölner Urteils als Kind, also während der Kindheit, mehr Entscheidungsfreiheit. Jedoch später, sobald es zu einer freien Entscheidung in der Lage ist hat es diese Freiheit, die durch eine Beschneidung im Kindesalter verloren ginge.

    Wieso haben Sie die Beschneidung von Mädchen an dieser Stelle eigentlich ausgelassen?
    Naja, was als verschroben angesehen wird, ist wohl Ansichtssache. Da wird Genitalverstümmelung mit Junkfood in einen Topf geworfen, genauso wie Kindesmisshandlung mit Fersehentzug…
    Letztendlich kann nur eine Klare Trennlinie helfen, und diese kann nur sein, keine absichtliche Körperliche Schädigung zuzulassen.

    Was nun das Argument betrifft, das der Staat Fehler macht. Ja, das tut er, denn wie Sie in einem anderen Beitrag so schön dargestellt haben, sind wir alle der Staat. Und wir sind Menschen. Wir machen Fehler. Das kann doch kein Grund sein alles zu verteufeln, was der Staat tut.

    Antwort
    1. Kokospalme Autor

      Wenn das Kind vorher nicht das Recht oder die Möglichkeit hatte, sich für oder gegen die Verstümmelung der Genitalien zu entscheiden, dann kann der Staat dem Kind dieses Recht auch nicht nehmen oder seine Macht in irgendeiner Form ausweiten.

      Wie ich in meinem Artikel angesprochen habe, nimmt der Staat mit solchen Entscheidungen wie dem Kölner Urteil dem Kind das Recht, dass die richtigen Personen, nämlich die Eltern, für das Kind Entscheidungen fällen.

      Der Staat weitet seine Macht dadurch aus, dass er den Eltern Macht nimmt. Zum einen wird damit Macht von den Personen, die das Kind in der Regel lieben, zu Personen, denen das Kind nicht so wichtig ist, transferiert. Zum anderen wird Macht, die vorher auf Millionen verschiedene Eltern bzw. Elternpaare aufgeteilt war, zentralisiert.

      Das Kind hat das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Wenn der Staat dieses Schützt, dann ist das der Schutz eines Rechts, welches als Menschenrecht auch bereits dem Kind zusteht.

      Mit diesem Einwand kann man allerdings auch den Eltern das Recht absprechen, an ihrem Kind chirurgische Eingriffe aus medizinischen Gründen oder Impfungen vornehmen zu lassen.

      Es gibt keine speziellen Kinderrechte.

      Volle Zustimmung! Bei den ganzen Diskussionen um Kinderrechte, Frauenrechte usw. wird m.E. oft übersehen, dass es sich dabei lediglich um die Anwendung von Menschenrechten auf Kinder, Frauen usw. handeln kann. Allzu oft scheint es da leider um Sonderrechte für bestimmte Gruppen zu gehen.

      Wieso haben Sie die Beschneidung von Mädchen an dieser Stelle eigentlich ausgelassen?

      Weil es sich dabei um einen wesentlich drastischeren Eingriff handelt. Dieses Thema wurde übrigens auch in dem oben zitierten Thread in Zettels kleinem Zimmer behandelt.

      Letztendlich kann nur eine Klare Trennlinie helfen, und diese kann nur sein, keine absichtliche Körperliche Schädigung zuzulassen.

      Eine klare Trennlinie ist in der Tat notwendig, da sonst die Grenzen aufgrund ideologischer Prägungen von Politikern und deren Opportunismus immer wieder verschoben werden. Dass die Trennlinie aber nun ausgerechnet die körperliche Schädigung mit einer potentiell sehr weit gefassten Definition sein muss, bezweifle ich. Denn, wie gesagt, müsste man bei dieser Trennlinie eventuell auch Operationen im Kindesalter verbieten.

      Was nun das Argument betrifft, das der Staat Fehler macht. Ja, das tut er, denn wie Sie in einem anderen Beitrag so schön dargestellt haben, sind wir alle der Staat.

      Diese Sichtweise habe ich gerade bestritten. Der Staat sind Legislative, Exekutive und Judikative sowie vom Staat betriebene Einrichtungen wie z.B. staatliche Schulen. Der Bäcker an der Ecke gehört damit nicht zum Staat, der Lehrer an der benachbarten Grundschule nur im Rahmen seiner Tätigkeit als Lehrer.

      Und wir sind Menschen. Wir machen Fehler. Das kann doch kein Grund sein alles zu verteufeln, was der Staat tut.

      Nein, gewiss nicht. Aber da sich im Staat Macht konzentriert, muss die Staatstätigkeit begrenzt werden. Und da muss auch eine klare Trennlinie gezogen werden. Und diese Trennlinie muss eng gezogen werden.

      Antwort

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