Zitat der Woche 22/2012

Das Wesen der Staatstätigkeit ist, Menschen durch Gewaltanwendung oder Gewaltandrohung zu zwingen, sich anders zu verhalten, als sie sich aus freiem Antriebe verhalten würden.

Autor
Ludwig von Mises
Quelle
Artikel Ludwig von Mises im deutschsprachigen Teil von Wikiquote

Man beachte, dass Zwang nicht immer offensichtlich ausgeübt wird. Wenn heute der Staat will, dass der Bürger so handelt, wie er es ohne Staatseinfluss nicht tun würde, dann schafft der Staat meistens Anreize, statt Verbote auszusprechen. Zum Beispiel animiert er Eltern durch Subventionierung von Krippenplätzen zu einer Krippenbetreuung, welche sie bei Marktpreisen für Krippenplätze nicht in Anspruch nehmen würden. Die Betreuung zu Hause ist damit aber noch nicht verboten.

Trotzdem ist auch beim Schaffen von Anreizen Zwang im Spiel. Denn der Steuerzahler wird ja gezwungen, die Kosten der Anreize zu tragen. Wer sich z.B. gegen Krippenbetreuung entscheidet, muss die Krippenplätze anderer Leute Kinder mitbezahlen. Und so hat er dann gar nicht mehr so viel davon, dass der Verzicht auf Krippenbetreuung legal ist. Denn die erzwungene Mitfinanzierung von Krippenplätzen unterscheidet sich praktisch nicht sehr von einer Geldstrafe auf Krippenverweigerung.

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3 Gedanken zu „Zitat der Woche 22/2012

  1. U.-N.D.-Meister

    Nach diesem unsinnigen Konstrukt wäre ausnahmslos jeder Einsatz von Finanzmitteln des Staates eine Bestrafung und ein Zwang für diejenigen, die von dieser Maßnahme nichts haben oder diese nicht wollen. Gibt es dann noch irgendeswas, was nicht in dieses Schema passt? Was für ein Quatsch.

    „Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält…“
    Ludwig von Mises

    Aber wenn es in die eingene Ideologie passt – in diesem Fall die Argumentativ nicht hinterlegte Ablehnung der Krippenbetreuung – dann ist die Vernunft und Logik halt nicht mehr so wichtig.

    Antwort
  2. Geier

    Nach diesem unsinnigen Konstrukt wäre ausnahmslos jeder Einsatz von Finanzmitteln des Staates eine Bestrafung und ein Zwang für diejenigen, die von dieser Maßnahme nichts haben oder diese nicht wollen. Gibt es dann noch irgendeswas, was nicht in dieses Schema passt? Was für ein Quatsch.

    Sie irren. Wenn der Staat zum Beispiel Straßen baut, baut er auch Fuß- und Radwege, um einen einigermaßen fairen Ausgleich für Steuerzahler und verschiedene Nutzer zu schaffen. Dieser kann naturgemäß nicht mathematisch korrekt sein, aber man kann ihn immerhin grob anstreben. Im Bildungsbereich kann davon nicht die Rede sein, hier werden Mittel einseitig und zielgerichtet in die Vergesellschaftung der Erziehung gepumpt. Insofern trifft der Kommentar von »Kokospalme« durchaus den Kern der Sache. Manchmal verplappert sich ja auch einer der Potentaten, wie Genossin Kraft, die ja offen zugegeben hat, daß dem Ausbau der Krippenkapazitäten der Krippenzwang folgen müsse.

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  3. U.-N. D.-Meister

    So simpel ist das nicht. Zum Einen werden auch Straßen gebaut, bei denen eindeutig keine Fuß- oder Radwege im Ausgleich geschaffen werden. Autobahnen sind so ein Fall. Zum Anderen hätte ein nicht-Autofahrer in jedem Fall nichts von den Straßen. Sie sind sogar rational gesehen – und nicht nur ausschließlich in Bezug auf die Steuern wie bei den Krippenplätzen der Fall wäre – ein Ärgernis für diese, denn sie behindern den freien Fußgängerfluss zusätzlich zu den verursachten Kosten. Während auf der anderen Seite Fußgängerwege auch von den Autofahrer genutzt werden. Hinzu kommt, dass im vorliegenden Fall eine Steuer zur Finanzierung nur von den Autofahrern erhoben wird (auch wenn die KFZ-Steuer in unserem Steuersystem keiner realen Zweckbindung unterliegt). Wenn man natürlich ausschließlich auf etwas fokussiert, das man nicht nutzen kann oder will, dann ist das immer finanzielle Bestrafung. Im Fall von Krippenplätzen gilt das für Menschen ohne Kleinkinder – die hier sicher mehr benachteiligt werden, obwohl sie nicht einmal einem diffusen Zwang unterliegen – oder Menschen die diese nicht nutzen wollen – aber könnten. Im Fall von Straßen oder Autobahnen ist das ebenso. Wenn ich also sage, der Bau einer Autobahn ist eine Vergesellschaftung des Güterverkehrs, dann hat das mit den Fußgängerwegen auch nichts zu tun. Und ein gefördertes Theater nutzt auch kein einziges Kleinkind. Dennoch steigt hier niemand auf die Barrikaden. Betrachtet man alles Objektiv, so ist so eine plumpe mit Scheuklappen behaftete Betrachtungsweise einfach nicht richtig. Und solange die Nutzung irgendwelcher Angebote wie Theater, Krippen oder Radwege nicht erzwungen wird, ist das eben kein Zwang. Daran ändert sich auch nichts wenn sich einzelne Menschen oder Politiker das wünschen. Es gibt im Moment keinen Krippenzwang. Im Gegenteil, es ist doch im Moment diese unsinnige Herdprämie im Gespräch. letztendlich reduziert sich das Ganze einzig und allein auf eine ideologische Ablehnung von Kinderkrippen. Nur weil man eine so bezeichnete „Vergesellschaftung der Erziehung“ nicht will, steckt da kein objektiver Zwang dahinter. Hier könnte man, hätte man wirkliche inhaltliche Argumente, sicher gegen argumentieren. Aber die Aussagen von Kokspalme bleiben unsinnig und zeugen von Fehlen inhaltlicher Argumente gegen Krippenbetreuung von Kleinkindern.

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