Zitat der Woche 10/2012

Eine Gesellschaft ist nicht dadurch eine freie, dass der gesellschaftliche Mainstream nun eben linksliberal ist […], sondern dadurch, dass es das Recht auf Abweichung von diesem Mainstream gibt.

Autor
loyalbushie
Quelle
Asyl für Homeschooling-Eltern (in dem Blog Compassionately Conservative)

Schon Jean-Jacques Rousseau verfolgte das paradoxe Vorhaben, die Menschen zur (vermeindlichen) Freiheit zwingen. Heute findet man dieses Prinzip z.B. beim staatlichen Schulzwang, um den es in dem genannten Artikel hauptsächlich geht. Aber das Problem ist viel umfassender. Der Artikel führt weiter aus:

Diese Problematik betrifft nicht nur das Schulwesen, sondern auch die Debatte um so genannte „Parallelgesellschaften“. Einzelne Schulen, aber auch öffentliche Einrichtungen in Europa verbieten jetzt schon das Tragen religiöser Kleidung, neben christlichen Kreuzanhängern betrifft dies vor allem auch islamische Kleidungsstücke wie Hijab, Niqab oder Burqa. In zahlreichen Ländern stehen Verbote in dieser Richtung bevor.

Das Argument der Verhinderung so genannter „Parallelgesellschaften“ offenbart, wie stark Europa nach wie vor in seiner autoritären, obrigkeitsstaatlichen Tradition gefangen ist. Die USA bestehen seit ihrer Gründung aus Hunderten und Tausenden solcher „Parallelgesellschaften“, ohne dass der Staat zerfällt oder im Chaos versinkt. Wie konnten die Amerikaner bloß die letzten 200 Jahre überleben, so ganz ohne die europäische Einsicht, dass der Staat am Besten weiß, was für seine Bürger gut ist und ohne die Praxis, bei Bedarf der Fortschrittlichkeit auch mal mit brachialen Mitteln zu ihrem Recht zu verhelfen?

Ludwig von Mises sagte in Liberalismus über den klassischen Liberalismus:

Der Liberalismus fordert Toleranz aus Grundsatz und nicht aus Opportunität. Er fordert Duldung auch offenbar unsinniger Lehren, wahnwitzigen Irrglaubens und kindlichblöden Aberglaubens. Er fordert Duldung für Lehren und Meinungen, die er als der Gesellschaft schädlich und verderblich erachtet, für Richtungen, die er zu bekämpfen nicht müde wird. Denn das, was ihn veranlaßt, Duldung zu fordern und zu gewähren, ist nicht die Rücksicht auf den Inhalt der zu duldenden Lehre, sondern die Erkenntnis, daß nur die Duldung den gesellschaftlichen Friedenszustand schaffen und bewahren kann, ohne den die Menschheit in die Unkultur und die Armut längstverflossener Jahrhunderte zurückfallen müßte.

Den Kampf gegen das Dumme, das Unsinnige, das Irrige, das Böse führt der Liberale mit den Waffen des Geistes und nicht mit roher Gewalt und Unterdrückung.

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