Mosesmörder?

Kritik an freikirchlichen Einrichtungen kommt heute allzu oft von Landeskirchlern und Nichtkirchlern, denen die Freikirchen zu bibeltreu sind. Aber es gibt auch Leute, die nicht die Fundamentalismuskeule schwingen, sondern im Gegenteil vor unbiblischen Tendenzen in Freikirchen warnen. So die Erzieherin Anita Kupfermann. Über deren Kritik am Theologischen Seminar Elstal des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden berichtet idea unter der Überschrift „Morgen bringen wir Mose um“.

Ich hatte schon Gerüchte über ein Abdriften dieses Seminars in bibelkritische Gefilde gehört. Diese wurden nun durch den besagten Artikel untermauert. idea schreibt:

Die 30-Jährige hatte nach eigenen Angaben 2007 mit dem Theologiestudium an der Fachhochschule begonnen. Dort habe man gelehrt, dass die Bibeltexte „über viele Jahrhunderte hinweg von zahlreichen unbekannten Schreibern ergänzt, verändert und bewusst manipuliert worden“ seien. Ein Dozent habe beim Verlassen des Lehrsaals gesagt „Morgen bringen wir Mose um“. Kupfermann: „Damit meinte er, dass wir am nächsten Tag erfahren werden, dass es Moses, wie die Bibel ihn beschreibt, geschichtlich wohl nie gegeben hätte.“ Die ehemalige Theologiestudentin entschied sich nach eigenen Angaben am Ende des zweiten Semesters, „die Bibel als völlig unglaubwürdiges Dokument“ beiseite zu legen: „Ich hatte keinerlei Bedürfnis mehr, darin zu lesen, geschweige denn gemäß ihren Aussagen zu leben.“ Dennoch habe sie gepredigt und sich fromm gestellt, zumindest in der Gemeinde. Ansonsten „betrank ich mich auf Partys und verlor meine Scheu zu lügen und zu betrügen“. Nach einer anfänglichen Euphorie habe sie eine innere Leere in ihrem Leben gespürt, so Kupfermann. Daraufhin bat sie einen Evangelisten um Fürbitte, dessen Gebet erhört worden sei: „Am 6. Dezember 2008 öffnete mir der Herr die Augen und ich erkannte meine große Schuld und mein gottloses Leben.“

Das Präsidium des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden hat Frau Kupfermann widersprochen, was in dem idea-Artikel auch angesprochen wird. Man sehe sich aber die dort zitierten Aussagen einmal genau an. Meines Erachtens geht es dort weniger um Fakten, sondern eher um Interpretationen. Zum Beispiel wird dort der Vorwurf, das Seminar gehe von einer Manipulation der biblischen Texte aus, gar nicht zurückgewiesen. Bestritten wird z.B. das Vermitteln eines „unbiblischen Gottesbildes“, aber das könnte auch daran liegen, dass das Präsidium unter „unbiblisch“ etwas anderes versteht als Frau Kupfermann oder die Bibel.

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