Keine Angst vor Überbevölkerung

Auf dem Blog von CFACT Europe veröffentlichte Einar Du Rietz kürzlich einen interessanten Artikel über die Angst vor Bevölkerungswachstum. Dessen Titel: Crowded? Not really (dt.: Überfüllt? Eigentlich nicht). Ich erhielt freundlicherweise die Erlaubnis, diesen Artikel hier in deutscher Übersetzung widerzugeben:

Gerade fand ich das hier (laut BBC): „Als Sie geboren wurden, waren Sie die 3.453.632.094-te auf der Erde lebende Person und die 77.442.249.607-te Person, die seit dem Beginn der Geschichte gelebt hat.“

Nur zu, mache den Test. Ich weiß zwar nicht, wofür er eigentlich gut sein soll, aber er ist ein bisschen lustig, zumindest, falls du leicht zu belustigen bist. Und hilf mir bitte, heraus zu finden, wie diese genauen Zahlen berechnet wurden.

Es ist offensichtlich die Magie der Zahlen, die jetzt die Neo-Malthusianer aufgeweckt hat, wo wir bald sieben Milliarden erreichen sollen (Montag laut der UN). Warum nicht 6,123 oder 7,456? Nein, es ist die magische Zahl. Überbevölkerung ist der Schrecken des Tages.

Nun, geh nach draußen und schau, ob es wirklich so überfüllt ist. Jedes Mal, wenn diese Hysterie auftritt, ignorieren die Untergangspropheten einige grundlegende Feststellungen.

Einige Teile der Welt, z.B. Teile Afrikas, leiden eher an zu wenigen Menschen, mit einer schlechten Infrastruktur. Das am meisten vollgestopfte Land in Europa (abgesehen von diesen wirklich kleinen Ländern) ist Holland. Das letzte Mal, als ich in Holland war, habe ich niemanden gehört, der sich darüber beschwert hätte.

Viele große europäische Städte leiden an Wohnungsknappheit und enormen Mietkosten. Zum Vergleich: Stockholm hat mit diesem Problem jahrzehntelang gekämpft. In Brüssel kann man eine hübsche Wohnung für einen vernünftigen Preis bekommen, indem man sich einfach mal einen Nachmittag lang umschaut. In der Stadt mit den meisten Ausländern pro Kopf in der Union. Die erstgenannte Stadt ist seit dem Zweiten Weltkrieg massiv reguliert, die letztgenannte kennt praktisch keine Regulierung des Wohnungsmarktes. Und wenn du versuchst, deinen Weg durch die Stadt zu bahnen, dann bekommst du zumindest das Gefühl, dass es dort keine Stadtplanung seit Leopold II gab. Gut so.

Geburtsraten schwanken und es ist eine altbekannte Tatsache, dass Menschen dazu neigen, während Kriegen und Armut mehr Nachwuchs zu produzieren. Einige, wohlhabendere, europäische Länder leiden an schrumpfender Bevölkerung, was z.B. Rentensysteme bedroht.

Aber am Wichtigsten ist: Lass niemals deinen moralischen Kompass in der Schreibtischschublade. Jedes Mal, wenn dir jemand die Vorteile der – unglaublich unmenschlichen – Ein-Kind-Politik in China darlegt, oder, wie es einige Grüne tatsächlich tun, Formen von Völkermord erwägt, akademisch natürlich, wie behauptet wird, dann prüfe deine Denkvoraussetzungen und erinnere dich an diese eine Sache, auf die es wirklich ankommt: Zeugen und Aufziehen von Kindern sind die privatesten Teile unseres Daseins. Und sollten es bleiben.

Advertisements

Ein Gedanke zu „Keine Angst vor Überbevölkerung

  1. Pingback: Zitat der Woche 08/2012 | Kokospalme

Zum Antworten auf einen anderen Kommentar bitte dort auf „Antwort“ klicken

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s