Non-konforme Betrachtungen zu Einwanderung

Anlässlich des Schweizer Minarettverbots interviewte Spiegel Online den US-amerikanischen Einwanderungsexperten Christopher Caldwell. Dieser äußerte dabei Dinge, die man bei Spiegel Online wahrscheinlich eher selten liest. Zum Beispiel ging er auf die Tabuisierung von Islamkritik ein und sprach in diesem Zusammenhang offen von Einschränkungen der Meinungsfreiheit:

In Ländern wie Frankreich bestehen Gesetze gegen alle möglichen Arten von Meinungsäußerungen. Das hat eine sehr abschreckende Wirkung. Viele Menschen haben Angst zu sagen, wie sie wirklich denken. Manchmal offenbar sogar bei Umfragen, wie das Beispiel der Schweiz zeigt.

Interessant fand ich die folgende Aussage über die Einflussmöglichkeiten von Minderheiten:

Wenn eine unsichere Mehrheitskultur, die alles relativiert, auf eine Kultur trifft, die zwar in der Minderheit ist, aber ein großes Selbstvertrauen und Dynamik hat, dann ist es normalerweise die Mehrheitskultur, die sich der Minderheitskultur anpasst.

Das kann doch Christen Hoffnung machen, oder? Also mehr Selbstvertrauen, bitte! Daran hat es in der Vergangenheit anscheinend gefehlt – mit den entsprechenden Folgen. Um wieder Caldwell zu zitieren:

Der Islam ist in Europa die zweitgrößte Religion. Aber das ist nur statistisch richtig. Wenn man die Lebendigkeit seiner Ideen betrachtet, ist der Islam in Europa die viel wichtigere Religion als das Christentum. Es gibt so viele Artikel in Zeitungen, so viele Debatten zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen, die sich mit der Frage beschäftigen, was der Koran zu Ehrenmorden oder zum Kopftuch sagt. Was das Christentum dazu sagt, scheint für niemanden von großer Wichtigkeit zu sein.

Zum Schluss des Interviews gerät dann sogar der Wohlfahrtsstaat ins Kreuzfeuer, wenn Caldwell erklärt, warum die USA die Integration von Einwanderern besser hinbekommen:

Ich glaube, es hat mit der Unbarmherzigkeit der amerikanischen Wirtschaft zu tun. Entweder man wird ein Teil davon oder man geht wieder nach Hause. […] Es gibt in den USA keinen Wohlfahrtsstaat nach europäischem Muster, und ich glaube, er passt auch nicht zu Einwanderung im großen Stil. In einer ethnisch diversen Gesellschaft kennen sich die Leute weniger, und deswegen sind sie auch weniger bereit, Steuern für Sozialleistungen zu bezahlen. In Frankreich beziehen zwei Drittel der Imame Sozialleistungen. Ich habe nichts gegen Imame, aber ich glaube nicht, dass viele Franzosen über diese staatliche Subventionierung von Religion glücklich sind.

Das war doch mal was vernünftiges von SPON. Weiter so!

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